Niederlagen gewinnbringend verarbeitet

Dabei sein ist alles: Die Lokalmatadoren beim Rieder Jugendförderkreiscup / Notfalls gibt Cupinio den Seelentröster

Weserkurier
Weserkurier 18.01.2012
Neben dem nationalen Profinachwuchs und den Teams aus dem Ausland gingen beim Rieder JFK-Cup in Thedinghausen auch drei Mannschaften aus den Kreisen Verden und Diepholz an den Start. Weyhe-Lahausen (19. der Gesamtwertung) und die JSG Aller (16.) hatten über ein Qualifikationsturnier das Ticket für den JFK-Cup erworben. Der MTV Riede (20.) war als Gastgeber dabei. Einhelliges Fazit des Trios: Nicht gewinnen, dabei sein ist alles!
 
Der Rieder Trainer Holger Schulze hatte mit seinem "Co" Bernd Behlmer zwei gleichstarke Teams ins Rennen geschickt, die sich bei den Spielen abwechselten. Insgesamt kamen so alle 16 E-Junioren zum Einsatz, die sich auch in den Pflichtspielen laut ihrer Trainer durch großen Zusammenhalt auszeichnen. Vor dem Auftritt beim JFK-Cup übten die Nachwuchskicker zweimal in der Soccerworld-Halle in Bremen-Habenhausen und nahmen ihre Eltern gleich mit. Die nutzten die Gelegenheit, sich als Fans warmzusingen und anzufeuern. Das hat sich gelohnt, denn schließlich erhielten sie bei der Siegerehrung den Fan-Pokal. Angesichts zweier 0:11-Klatschen könnte man meinen, dass sich das Training für die jungen MTV-Fußballer nicht so sehr gelohnt hat. Doch das Trainer-Duo widerspricht: "Wir wussten vorher, dass wir hier gegen die klangvollen Namen keine Bäume ausreißen, hatten uns in der starken Gruppe einfach vorgenommen, wenigstens ein Tor zu erzielen. Das ist uns gegen den 1. FC Köln

ja auch gelungen. Das war unser bestes Spiel am ersten Tag." Für den zweiten Tag gaben die Trainer einen Sieg als Ziel aus, doch der gelang nicht. Und nach dem 2:4 gegen Weyhe-Lahausen machte sich kurz ein wenig Enttäuschung breit. "Da waren wir etwas geknickt. Das hat uns mehr enttäuscht als ein 0:11 gegen den Profinachwuchs. Aber wir haben uns gesteigert und vier Tore erzielt. Die beiden gegen Weyhe und je eines gegen Groningen und Hertha", sagen die Trainer und sahen bei ihren Schützlingen schnell wieder zufriedene Gesichter. Zu begeisternd war das ganze Turnier mit dem großen Drumherum. Dazu die lautstarke Unterstützung des MTV-Fanklubs. Holger Schulze hatte sich heiser gebrüllt, damit seine Jungs auf dem Feld noch Anweisungen mitbekommen. Zeichensprache war die bessere Methode. Kapitän Pascal Schumacher war nach all den Spielen und von all den Eindrücken ebenfalls platt: "Das Finale", antwortete er auf die Frage, was ihm am besten gefallen habe, mit den Gedanken wohl noch beim

imposanten Feuerwerk während der Pokalübergabe. Aber ein Spiel, in dem er selbst aktiv und mit Gefallen dabei war, nennt er dann doch: "Das 1:5 gegen Groningen." Gewinnen ist eben auch nicht alles. Und die Rieder erfreuen sich an ihrem wackeren Unterbau mit dem super Teamgeist.

Aller schlägt Groningen

"Seit sechs Jahren spielen die Jungs nun Fußball, und das hier ist das größte Erlebnis für sie", sagen Heiko Peters und Nils Althausen, Trainer der E-Junioren von der JSG Aller. Und sie selbst sind auch begeistert und stolz auf ihre Jungs und den 16. Platz. Denn das sei seit mindestens vier Jahren die beste Platzierung eines Qualifikanten. "Die Halle hat getobt, als wir Groningen in der Schlusssekunde noch besiegt haben. 2:0 lag die JSG bereits durch Tore von Luca Althausen vorne, doch die Niederländer schafften den Ausgleich. Als dann Tom-Luca Hügen zum 3:2 traf, brachen alle Dämme. Die JSG Aller verlor zwar die folgenden Partien gegen Schalke, Karlsruhe und St. Pauli, hatte sich aber dennoch in die Gruppe der Dritt- und Viertplatzierten gerettet. Dort musste Aller freilich die Stärke von Oldenburg, Hannover und Wien anerkennen und blieb punkt- und torlos.

Apropos St. Pauli: In der Ausgangsgruppe war die JSG den Hamburgern noch mit 0:6 unterlegen. Im Spiel um Platz 15 traf man sich schließlich wieder. Und nach regulärer Spielzeit stand es, man höre und staune: 2:2! Die Tore hatten Leon Arizanov nach Vorlage von Luca Althausen und Luis Saul per sehenswertem Fernschuss erzielt. Das Neunmeterschießen ging zwar verloren, aber dennoch war die JSG Aller samt Anhängerschaft zufrieden.

Übrigens: Sollte es zwischenzeitlich auf diesem Turnier wirklich kurzzeitig enttäuschte Spieler gegeben haben oder ein paar Tränen wegen einer kleinen Verletzung, dann hellten sich die Mienen beim Anblick von "Cupinio", dem Maskottchen im Löwenkostüm, schnell wieder auf. Diese Rolle füllte Malte Glander hervorragend aus.

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